· 

Retreat in einem tibetisch-buddhistischem Kloster

Mit ein wenig Verspätung bin ich gestern in Kathmandu gelandet und nach einer etwas gewöhnungsbedürftigten Autofahrt tatsächlich gut im Guesthouse "Summerhill" angekommen. Von dem gestrigen Gewitter ist heute nichts mehr zu spüren. Die ersten Sonnenstrahlen, frühlingshafte Wärme und meine Vorfreude auf den ersten Besichtigungstag in Kathmandu lassen mein Herz höher schlagen.

 

Gleich nach dem Frühstück, das übrigens wirklich gut geschmeckt hat, führt mein erster Weg zur Swayambhunath Stupa. Einem antiken buddhistischen Tempelkomplex, welcher im Westen von Kathmandu auf einem Hügel erbaut ist. Dieses Wahrzeichen wird aufgrund der unzähligen hier lebenden heiligen Affen auch als Monkey-Tempel bezeichnet. Während meines Besuches turnen die Affen auf der weißen Stupa mit den sehenden Augen Buddhas, sitzen essend am Weg oder kühlen sich im eigenen Affen-Pool ab. Über der Stupa wehen bunte Gebetsfahnen, sie verschicken gute Gedanken mit den Wind. Ein malerisch buntes Bild. Die Gebetsmühlen, auch Dharma Räder genannt, werden bei jeder Gelegenheit, im Uhrzeigersinn, gedreht. Die auf Papierrollen aufgedruckten Gebete und Mantras (Schutz des Geistes) – OM MANI PADMA HUM – senden Wünsche in den Himmel, gesegnet mit Mitgefühl, Harmonie und Frieden. Gleich daneben befindet sich ein kleiner Hindu-Tempel der Göttin Hariti, welche sowohl von Hindus als auch Buddhisten verehrt wird und vor Kinderkrankheiten schützen soll. Frauen in farbenfrohen Gewänder stehen vor dem Tempel an, um ihre Opferungen und Gebete für ihre Kinder durchzuführen. Ein traumhafter Blick über Kathmandu rundet diese Erlebnis ab.

 

Von dort geht es weiter nach Patan, der ältesten der drei Königsstädte. Der Sanskritname von Patan ist Lalitpur und bedeutet "Stadt der Schönheit". Auf dem Weg zum Patan Durbar Square, dem Platz des alten Königspalastes, welcher sich im historischen Zentrum der Altstadt befindet, tummeln sich Straßenhändler, die ihre verschiedenen Waren auf Rädern, Waagschalen und einfachen Verkaufsständen anbieten. In einem entzückenden kleinen etwas versteckten Garten esse ich Momo´s und trinke genüsslich ein Lassi, bevor es weiter zum Kathmandu Durbar Square geht.

 

Am Durbar Square in Kathmandu ist es wesentlich lauter und voller. Es findet gerade ein Festival statt. Fasziniert von der Freude, dem Tanzen und Singen und der ausgelassenen Stimmung der Nepalesen beobachte ich eine zeitlang das farbenfrohe Treiben. Ich habe mir sagen lassen, dass in Nepal mehr als 50 große Feste pro Jahr stattfinden, wobei die Termine der meisten Veranstaltungen nach dem Mondkalender festgelegt werden. Dann spaziere ich durch die Gassen von Kathmandu zu einem Klangschalen-Therapiezentrum. Dieses befindet sich ziemlich versteckt im ersten Stock eines kleinen Hauses. Ohne Empfehlung hätte ich dieses niemals gefunden. Ich bin hellauf begeistert. Wohin ich blicke, überall stehen wunderschöne Klangschalen in diversen Größen und Ausführungen. Die Schalen werden aus verschiedenen Metallen handgefertigt, die durchschnnittliche Herstellung einer mittelgroßen Klangschale dauert etwa 4-5 Stunden, wenn vier Schmiede gemeinsam daran arbeiten. Ich erfahre, dass es für alle Chakren und für jedes Sternzeichen eigene Schalen gibt. Das wußte ich nicht. Ich erstehe eine wunderschöne Schale mit einem traumhaften Klang und freue mich schon jetzt auf die Arbeit mit meiner Klangschale.

 

Leider blieben weder Patan noch Kathmandu vom schweren Erdbeben im Jahr 2015 verschont. Trotz Restaurierungsarbeiten sind die Schäden nach wie vor sichtbar. Dennoch erliege ich dem Zauber dieser faszinierenden fremden Welt bereits am ersten Tag.  

Kommentare: 0 (Diskussion geschlossen)
    Es sind noch keine Einträge vorhanden.